DIVEMASTER – Buchtipps – Buchbesprechungen

Die Natursportart Tauchen präsentiert sich heute in vielen unterschiedlichen Aktivitäten von Apnoe bis Techtauchen. DIVEMASTER macht Sie mit seinen ausführlichen Besprechungen von Publikationen aus allen Medienbereichen auf interessante Neuerscheinungen aufmerksam und bieten Ihnen zudem die Möglichkeit – in unserem Buch-Tipps-Archiv – auch Besprechungen älterer Publikationen nachzulesen.

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PLANÈTE MEDITERRANÉE

An den Küsten des Mittelmeeres begann mit den Pionieren Jacques Yves Cousteau und Hans Hass die Geschichte des modernen Tauchsports. Noch in den 1960er und 1970er Jahren war das, den europäischen Tauchern nächste wärmere Meer das Mittelmeer mit seinen Topspots an der Costa Brava, in Südfrankreich, den mediterranen Inselwelten
und den politisch zugängigen Küsten der Adria und der Ägäis. Erst Ende der 1970ern begann der große Run auf die tropischen Meere, allen voran das nur wenige Flugstunden entfernte Rote Meer.
Unabhängig davon blieb das Mittelmeer, allein von der Vielseitigkeit seiner Küsten und deren Erreichbarkeit auch mit dem Auto, das von Europäern meistbetauchte Meer.
Auch die Tradition der Erforschung der Meere hat mit den Meeresbiologischen Instituten und den Außenstellen der europäischen Universitäten wesentliche Wurzeln in den Arbeiten über das Mittelmeer.
Diese Tatsachen werden gerne durch den alljährlichen Massentourismus in den Hintergrund gedrängt, wenngleich die Erforschung des Mittelmeeres und seiner Lebenswelt mit interessanten Ergebnissen aufzuwarten hat.
Mit seinen neuesten Expeditionen und wochenlangen Aufenthalten unter Wasser hat Laurent Ballesta die Aufmerksamkeit auch wieder auf das Mittelmeer gelenkt und sogar zu aufwändigen Arte Dokumentationen geführt.
Längst schon haben so die Expeditionen und Forschungen von Laurent Ballesta und seinem Team ihren festen Platz in der öffentlichen Anerkennung gefunden. Auch divemaster hat, beginnend mit Ausgabe 90 und dem Bericht über Gombessa V
zum Quastenflosser ab divemaster #102 fortlaufend und ausführlich über die verschiedensten weiteren Gambessa Expeditionen berichtet und zählt Laurent zu seinen Autoren.
Natürlich hat Laurent Ballesta inzwischen auch Bücher, unter anderem ein Kinderbuch veröffentlicht. Seine beiden letzten großen Titel erschienen in Französisch „700 Requins dans la nuit“ und sein neuer Titel „Planète Mediterranée“ in bilingualer Produktion in Englisch und Französisch. Leider ist der erste Titel „700 Requins dans la nuit“ schon
nach kurzerZeit vergriffen gewesen, Sein neuer Titel „ Planète Mediterranée“, ein außergewöhnlicher Sachbildband, präsentiert das Leben im Mittelmeer bis in Tiefen von 140 Meter. Mit seinen einzigartigen bisher so noch nie gezeigten Motiven in bestechender fotografischer Präsentation, ist wieder ein bibliophiles Prachtexemplar entstanden,
das man sich als Mittelmeerfan gönnen sollte.

Ballesta, Laurent: Planète Mediterranée – 1. Edition
2020). Hardcover, 304 Seiten, durchgängig 4-farbig
illustriert, 30,7 x 3,6 x 25,1 cm. 69,00 Euro, keine
Fremdwerbung. ISBN-13: 978-2490952106
Auch direkt über laurentballesta.com/boutique

 

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AUFBAUKURS TAUCHSICHERHEIT UND RETTUNG / MEDIZIN-PRAXIS / HERZ-LUNGEN-WIEDERBELEBUNG

Im Ausbildungssystem des Verbandes Deutscher
Sporttaucher VDST e.V. sind die Deutschen Tauchsportabzeichen (DTSA) die Stufen, die zu begleitetem, autonomem oder erschwertem Tauchen qualifizieren.
Da allein in den Tauchgängen eines solchen
DTSA nicht alle erforderlichen Kenntnisse und
Fertigkeiten vermittelt werden können, sind zwischen den einzelnen Tauchsportabzeichen gewisse Aufbaukurse erforderlich, die die notwendige Qualifikation dazu in Kursform vermitteln.
Dieses System orientiert sich an den international anerkannten Vorgaben des Weltverbandes, der CMAS.

Die im Januar vom VDST e.V. eingeführte German Diver License (GDL) ist in allen Stufen identisch mit den DTSA Vorgaben und Ausbildungsrichtlinien und führt ebenfalls zu den international anerkannten Brevetierungen.
Auf dem Weg vom DTSA* zum DTSA** sind dies die Aufbaukurse »Orientierung beim Tauchen«, »Gruppenführung « und »Herz-Lungen-Wiederbelebung«, weil diese speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten für das autonome Tauchen erforderlich sind. Diese Vorbemerkungen erlauben es, diesen Aufbaukurs richtig im System einzugliedern.
Dieses Lehrbuch vermittelt das Handwerkszeug dem Tauchpartner zu helfen und ihn zu retten, wenn dieser Hilfe braucht. Es ist, wie der Titel schon angibt in drei Schwerpunktthemen aufgeteilt:
– Aufbaukurs Herz-Lungen-Wiederbelebung
– Aufbaukurs Tauchsicherheit und Rettung
– Aufbaukurs Medizinpraxis
Hat es schon zu Beginn der Tauchausbildung Sinn gemacht, sich mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen, so vermittelt dieses Buch jetzt im Rahmen der HLW die richtige Durchführung einer Reanimation. Der Fokus des Buches liegt entsprechend
den internationalen Regeln auf dem Feststellen des Bewusstseins, der Kontrolle der Atmung, dem Herstellen der stabilen Seitenlage und schwerpunktmäßig auf der Herz-Lungen-Wiederbelebung auch unter Einsatz eines AED.
Der Aufbaukurs Tauchsicherheit und Rettung konzentriert sich auf die Vermeidung von Tauchunfällen, und vermittelt das richtige Handeln zur Unfallbewältigung
mit den richtigen Rettungsmaßnahmen unter und über Wasser. Neben dem theoretischen Wissen zur Unfallvermeidung werden Rettungs-, Berge- und Transporttechniken erklärt, die dann im Kursverlauf im Wasser und an Land geübt werden.
Der dritte Aufbaukurs Medizin-Praxis baut darauf auf, vertieft die Reanimation und vermittelt zusätzlich den Gebrauch von Notfallkoffern und Sauerstoffsystemen.
Dieses Buch vereint also die aufeinander aufbauenden Kurse mit medizinischen Inhalten zur Rettung und Ersten Hilfe.
Die Inhalte der Kurse folgen inhaltlich den Kursabläufen. Doch sollte das Buch nicht nur der Kursbegleitung dienen, sondern man sollte es als Taucher immer wieder zur Hand nehmen, um als sicherer Buddy jederzeit helfen zu können. Zur Überprüfung,
ob man den Lehrstoff verstanden oder längere Zeit nach den Kursen noch parat hat, sind die Fragen zur Lernerfolgskontrolle mit Musterantworten empfehlenswert.
Das umfassend illustrierte, didaktisch auf der Basis der Erfahrung der Fachbereiche Ausbildung und Medizin aufgebaute Kursbuch ist zwar das offizielle Lehrbuch
des Verbandes Deutscher Sporttaucher VDST e.V. nach den Richtlinien von VDST zu DTSA und GDL sowie die entsprechenden CMAS Brevetierungen, aber darüberhinaus auch allen Tauchern anderer Ausbildungssysteme ergänzen zu empfehlen.

Verband Deutscher Sporttaucher Hrgb: Aufbaukurs
Tauchsicherheit und Rettung / Medizinpraxis
/ Herz-Lungen-Wiederbelebung . Delius Klasing
Verlag; Edition Naglschmid, 1. Auflage 2021 Paperback.
184 Seiten, 978-3667120953. Keine Fremdwerbung,
€ 16,90 ISBN 978-3667120953

 

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GRENZENLOS – DIE ERSTAUNLICHEN WANDERUNGEN DER TIERE

Gerne setzen wir den Begriff Globalisierung für den uneingeschränkten Austausch im Zusammenhang mit unserem modernsten menschlichen Wirken und Handeln ein. Nah- und Fernreisen aus geschäftlichen Gründen oder als Urlaubsreisen zählen dazu. Aus historischen und prähistorischen Zeiten sind uns auch Wanderungen von kleinen
Menschengruppen oder ganzen Völkern bekannt.
Doch, die sich rhythmisch wiederholenden, weltumspannenden Migrationen vieler Tierarten stellen all unsere Reisetätigkeiten in den Schatten. Francesca Buoninconti beschreibt in diesem Buch die abenteuerlichen Reisen der Tiere um unseren Planeten. Als Naturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Ornithologie widmet sie sich ausführlich dem Vogelzug, der, während ich diese Rezension schreibe, auch gerade wieder in den Nachrichten als erkennbare Wiederkehr des Frühlings eine angenehme Abwechslung zu den Berichten über die globale Ausbreitung der Covid 19 Pandemie
ist. Für uns im heutigen Mitteleuropa ist tatsächlich der Vogelzug die einzig noch direkt erlebbare Tierwanderung. Dabei wandern Tierarten aus allen Tierstämmen, durchziehen die Lüfte, durchqueren die Kontinente oder durchstreifen die Ozeane. Es ist erfreulich, dass die Autorin ein vielseitiges Repertoire von Wanderbewegungen in ihre Betrachtungen einbezogen hat. Ausführlich beschreibt sie in 14 Kapiteln Ursachen, zeitliche Abläufe und Wanderwege von Insekten, Fischen, Vögeln, Fledertieren, Meeresschildkröten, Landund
Meeressäuger. Die innere Gliederung des Buches erfolgt in drei übergeordneten Teilen
Teil I: Ein Leben im Flug.
Teil II: Wasserwege und
Teil III: Ein langer Marsch.
wodurch eine gute Orientierung der Schwerpunkte im Buch gegeben ist. In einem Kartenblock sind die wichtigsten Wanderwege übersichtlich dargestellt. Für Taucher sind hier natürlich die Meeresschildkröten, die Grau- und Buckelwale, bei den Fischen die Sardinen vor Südafrika, die Lodden des Nordatlantiks, der Blauflossen Thunfisch,
der Rote Thun, die Aale und nicht zuletzt einige Pinguinarten von besonderem Interesse.
Umfassend werden die Wandergründe der einzelnen Arten, die Gefahren auf ihren Zügen
und die Überlebenschancen dargestellt. Bei all diesen globalen Wanderungen ist neben dem Warum die Orientierung, das Wie und Womit einer der spannendsten Fragenkomplexe, der bei allen angesprochenen Arten zum Tragen kommt.
Natürlich dürfen auch die Zahlen dieser Massenbewegungen nicht fehlen, die erst die Bedeutung dieser Wanderungen im Haushalt der Natur erkennen lassen. Dass Klimawandel und Eingriffe in die Umwelt innerhalb weniger Generationen
zu kompletten Veränderungen im Wanderverhalten und in den Wanderrouten führen können, zeigt die Autorin in eindrucksvollen Beispielen. Für Freunde klassischer Buchkonzepte seien die zahlreichen seitengenau aufgeführten Fussnoten
erwähnt. Ohne den Lesefluss zu stören, vermittelt die Autorin mit diesem Prinzip Zugang zu Fakten, Belegliteratur und weiterführenden, vertiefenden Forschungsberichten. Ein gelungenes Buch über das Naturphänomen auf dem Wissensstand der Zeit, das spannend und gut lesbar geschrieben, wertvolle Fakten und Erkenntnisse vermittelt.

Buoninconti, Francesca: Grenzenlos – Die erstaunlichen
Wanderungen der Tiere. Folio Verlag Bozen
1. Auflage März 2021. Hardcover, 208 Seiten, zahlreiche
Karten und Abb., 13.9 x 2.5 x 21.6 cm. Keine
Fremdwerbung, € 22,00 ISBN 978-3852568300

 

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Interview: Prof.Dr. Antje Boetius

Ein Interview mit der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts.

„Neugierde und Wissbegierigkeit sind die wichtigsten WissenschaftlerInnen-
Eigenschaften.“

divemaster: Es wird berichtet, dass in Ihrem
Büro ein Tisch steht, den Sie sich extra aus
den Planken des alten Forschungsschiffs
„Meteor“ haben anfertigen lassen. Wie wichtig
ist Ihnen Tradition und woher stammt
Ihre Verbindung zum Meer?

Prof. Dr. Antje Boetius: Auf der „Meteor“
habe ich 1989 zum ersten Mal eine Tiefseeexpedition
mitgemacht und so richtig Feuer
für meinen Beruf gefangen. Als ich dann
2017 nach fast 50 Expeditionen Direktorin
wurde, wusste ich, dass ich eine Zeitlang
weniger zur See fahren würde. Dann dachte
ich, um Entzugserscheinungen einzudämmen,
sollte ich die Planken, die mir die Welt
bedeuten, in mein Büro bringen…

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Tiefsee Wissen

Wann immer es um naturwissenschaftliche Fragen geht, baut man auf den ersten Eindrücken der griechischen Naturphilosophen im Schwerpunkt auf den Aufzeichnungen von Aristoteles auf.

TEXT: DR. FRIEDRICH NAGLSCHMID
GRAFIKEN: STEPHANIE NAGLSCHMID

DIE TOTE TIEFSEE
Er beschrieb um 345 vor Christus bereits
„Allerlei Getier“ aus dem ägäischen Meer. Im
Verlauf der Geschichte überwand die Schifffahrt
die Abhängigkeit von der Küstennähe,
wagte sich aufs offene Meer, kreuzte die
Ozeane und entdeckte deren Abgrundtiefe,
aber auch neue Seewege und Kontinente. Eroberungen,
Machtansprüche, Handel, Fischund
Walfang waren die Triebkräfte. Durch
forschende Beobachtungen fühlte man sich
in der Meinung bestätigt, dass die Tiefsee
unterhalb 500 Meter Tiefe kein Leben mehr
beherbergen könne. Noch nach seiner Forschungsreise
mit der HMS Beacon 1841, seinem
Vorbild Aristoteles in die Ägäis folgend,
schrieb der englische Biologe Edward Forbes
Ende der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
nach Untersuchungen in der unglücklicherweise
tatsächlich sehr produktionsarmen
Ägäis: „Während wir unsere Sammelgeräte tiefer
und tiefer in die Regionen hinablassen, vermindern
sich ihre Einwohner mehr und mehr,
werden weniger und weniger, was ein Anzeichen
dafür ist, dass wir uns dem Abgrund
nähern, wo das Leben erloschen ist oder nur
noch ein paar Funken aufweist, die auf sein
allmähliches Absterben hindeuten.“ Zu kalt,
zu dunkel, zu hoher Druck, ohne Sauerstoff,
ohne Nahrung. Kurz, die Tiefsee war ein Hort
eisiger Stagnation…

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Portfolio Blackwater – Tobias Friedrich

Schwarz wie die Nacht, das ist die Tiefsee – oder die offene See bei Nacht. In beiden Fällen kann man ganz erstaunliches Leben beobachten. Profifotograf Tobias Friedrich hat für divemaster das Leben im Dunkel erhellt.

TEXT: & FOTOS: TOBIAS FRIEDRICH

Seit ein paar Jahren erlebt die
Blackwater-Fotografie einen Aufschwung
unter den Unterwasserfotografen.
Gerade bei Fotowettbewerben
finden sich zum Teil mehrere Aufnahmen des
„Blackwater Divings“ unter den Siegerbildern.
Seltene Motive, wie der Wunderpus oder die
Papierboote, sind dabei besonders oft zu finden,
vor allem wenn sie in einer schönen Pose
oder bei einem bestimmten Verhalten fotografiert
werden – wie zum Beispiel bei den Papierbooten,
die sich ab und zu gerne auf Quallen
oder an Treibgut im Wasser festhalten. Dabei
ist das Blackwater-Tauchen nicht neu. Schon
vor mehreren Dekaden wurde ähnlich fotografiert
– Nachttauchgänge bei denen kein Riff zu
sehen ist. Über diesem mehrere hundert Meter
tiefen Grund kommen jede Nacht pelagische
Lebewesen oder Tiere im Larvenstadium an
die Oberfläche, um dort im nährstoffreichen
Wasser zu fressen. Die größte Tierwanderung
der Erde…

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Praxistipps UW-Fotografie

Uli Kunz‘ Fotos sind bekannt, aus Film, Funk und Fernsehen, wie man so schön sagt. Ab sofort verrät der Meeresbiologe und Forschungstaucher im divemaster seine Tricks. Unterstützt wird er dabei von »PanOceanPhoto«.

TEXT & FOTOS: ULI KUNZ

Heute klappt unter Wasser gar nichts. In 35 Meter Tiefe
habe ich bei der energischen Suche meines Motivs
durch unvorsichtige Bewegungen mit meinen Flossen
den feinen Schlick aufgewirbelt, der den Boden bedeckt,
mich mehrere Male im Kreis gedreht und dabei versucht, die Kamera
nicht gegen die im Sedimentnebel kaum zu erkennenden Felsblöcke
zu schmettern. Das Licht der Tauchlampe meines Tauchpartners ist
so hell, dass auf meiner Netzhaut nur noch blitzend-explodierende
Punkte erscheinen und ich kann froh sein, dass ich überhaupt noch weiß,
wo oben und unten ist. Dabei erschien der Plan doch so einfach:
Einen Geisterhai, auch Chimäre genannt, in der Nacht im Gegenlicht
zu fotografieren, sodass nur seine unverkennbare Silhouette sichtbar
wird. Aber, wie so häufig, lösen sich die besten Pläne von der Wasseroberfläche
durch unerwartet auftretende Schwierigkeiten beim Tauchgang
und mangelhafte Kooperation des tierischen Motivs schnell in
schlickigen Schlieren auf…

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Praxistest: Nauticam NA-R5 – Canon

PRAXISTEST: Lang hat‘s gedauert, bis Canon eine erste professionelle spiegellose Vollformatkamera in die Läden gestellt hat. Nicht minder lang haben – dank Corona – die Gehäusehersteller gebraucht. In dieser Ausgabe stellen wir das Erste vor: das Nauticam NA-R5. Im nächsten Heft folgt das nagelneue R5-Gehäuse von Seacam.

TEXT & UW-FOTOS: MICHAEL GEYER
PRODUKTFOTOS : NAUTICAM & CANON

Spiegelreflexkameras verzückten bereits vor einigen Jahren
Abermillionen von Hobbyfotografen. Mittlerweile haben
Hersteller wie Sony, Nikon und nicht zuletzt Canon eine Schippe
draufgelegt: Die neusten Kameras kommen ohne Spiegel daher!
Mit der EOS R5 will Canon die spiegellose Kamera mit der höchsten
Auflösung aller Zeiten liefern. Der Sensor löst mit 45 Megapixeln auf
und ist auf fünf Achsen stabilisiert. Grund genug, diesen vermeintlichen
Alleskönner unter die Lupe zu nehmen! Um das volle Potenzial
der Hightech-Kamera ausschöpfen zu können, sorgte ich gleich für
das nötige Zubehör: Das Nauticam NA-R5 sollte Canons neuestem
Meisterstück die nötige Resilienz verleihen und mir das Fotografieren
sowie Filmen auch unter Wasser ermöglichen. Aufgrund der weltweiten
Corona-Pandemie dauerte der Versand dieses Meister-Gehäuses von
Nauticam leider ebenso lange wie der Versand der eigentlichen Kamera,
doch was lange währt, wird endlich gut! Wie gut Canons Neue tatsächlich
ist und was die Spiegellose Vollformatkamera auf dem Kasten hat,
verraten euch die folgenden Zeilen…

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Tiefenzone Bodensee

Dem Bodensee auf den Grund gehen war die Aufgabe für die Scientific Diver
von aquatil – auf der Suche nach einer ungeliebten Muschel.

TEXT : DR. STEFFEN SCHOLZ
WISSENSCHAFTL. BETREUUNG: PROF. DR. FRANZ BRÜMMER
FOTOS: DERK REMMERS

Dunkelheit umgibt uns. Dunkelheit,
die durchdrungen wird von
der Tauchlampe meines Tauchpartners
und meiner, neben den
Displays der Tauchcomputer die einzige Lichtquelle
hier tief unten im Bodensee, unterhalb
der Steilwand, am langsam im flachen Winkel
auslaufenden, schlammbedeckten Seeboden
des Überlinger Sees.
Ein Tauchgang in etwas größere Tiefen ist heute
keine Besonderheit mehr, mit guter Ausbildung,
Standardisierung und guten Prozeduren,
mit moderner Ausrüstung wie Rebreathern
und sicheren Atemgasen. Auch im Kaltwasser
sind Tauchgänge in Tiefen größer als 90
Meter heute durchaus sicher und regelmäßig
durchführbar für Teams, die die notwendigen
Voraussetzungen mitbringen.
Wissenschaftler auf der anderen Seite haben
ein großes Interesse, gute Daten aus diesen sehr
schwer zu erreichenden Gewässerbereichen zu
erhalten, und damit liegt es nahe, dass entsprechend
trainierte Taucher ihre Tauchgänge auch…

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Tieftauchausrüstung

Jede Aufgabe stellt besondereAnforderungen. GUE-Instructor Derk Remmers und VDST TL Dr. Steffen Scholz erklären ihre Tieftauchausrüstung.

TEXT : DR. STEFFEN SCHOLZ
FOTOS: DERK REMMERS

ür Tauchgänge, die über die üblichen
Limits des Sporttauchens herausgehen,
wird auch eine Ausrüstung
benötigt, die über das im Sporttauchen
Übliche hinausgeht. Es gibt vier Bereiche, die mit
besonderer Sorgfalt betrachtet werden müssen,
wenn tiefe Tauchgänge durchgeführt werden
sollen, die in unseren Breiten immer auch Kaltwassertauchgänge
sind und im Zusammenhang
mit wissenschaflichen Fragestellungen staffinden.
Diese Bereiche sind die Atemgasauswahl, die
thermische Isolation, die Beleuchtung und die
Zusatzausrüstung. Im Folgenden werden die
einzelnen Bereiche näher beschrieben…

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224,5 Meter – Tiefenrekord – 2003

Tieftauchrekord mit einem Kreislaufgerät, aufgestellt im August 2003 also vor knapp 20 Jahren. Tauchsportredakteur Alexander Kassler hat für das The Dive and Watch History diesen Tauchsport-Meilenstein beschrieben.

TEXT : ALEXANDER KASSSLER
FOTOS: ARCHIV VOLKER CLAUSEN

21. August 2003, 9:27 Uhr. „Das
ist der Anfang vom Ende.“ Dem
Deutschen Volker Clausen stockt
das Blut in den Adern, als er in 220
Meter Tiefe auf seinen Tauchcomputer blickt.
Die Anzeige ist schwarz, die Kontroll- und
Steuereinheit ausgefallen. Dort, wo stehen
sollte, welches Atemgasgemisch sich gerade in
seinem Gerät befindet, sieht er nur sein eigenes,
schwaches Spiegelbild. „Was atme ich gerade?
Was passiert aktuell im Inneren des Atemgerätes?
Wie viele Atemzüge bleiben mir noch bis ich
ohnmächtig werde oder mich die Krämpfe einer
Sauerstoffvergiftung lähmen?“ Im Bruchteil
von Sekunden rasen Clausen diese Gedanken
durch den Kopf. Eine Sekunde später handelt
er, wechselt, wie schon zigfach geübt, auf das…

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Künstliche Kiemen

Im Kino-Blockbuster Abyss ist ein Taucher im Cayman Graben der Karibik bis auf 11.000 Meter abgetaucht – mit Flüssigkeitsatmung. Science Fiction oder schon bald
Realität. Timo Dersch ist dem Traum aller Taucher auf den Grund gegangen.

TEXT: TIMO DERSCH
FOTOS: 20 CENTURY FOX, KAMEI

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund
auch in dich hinein.“ Mit diesem Friedrich Nietzsche
Zitat beginnt das Science-Fiction Epos „The Abyss“ von
James Cameron aus dem Jahr 1989.
Eine Uboot-Crew, die normalerweise Bohrinseln repariert, soll darin die
Besatzung eines in den Kaimangraben abgestürztem Atom-Uboots retten.
Seltsame Dinge gehen dort unten in der Tiefe vor sich. Zusätzlich müssen
der Alpha-Held Ed Harris und sein eingefleischtes Bohrinsel-Team für
die Bergung noch mit ein paar ruppigen Navy-Seals kooperieren, und die
scheinen auf unbehaglich geheimnisvoller Zweitmission zu sein.
Doch jetzt wird es interessant: Die Militärtaucher bringen eine außergewöhnliche
Technologie mit an Bord der Uboot-Station – sie haben Taucherhelme
die mit einer Flüssigkeit gefüllt werden. Anschließend fluten
sie ihre Lungen und atmen durch die Flüssigkeit. Moment,…wie bitte?

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