Haitourismus und Wissenschaft

Auf den Fidschi-Inseln gibt es eine seltene Symbiose zwischen Wissenschaft und Tourismus. Das Team von Beqa Adventure Divers bietet Tauchern aus aller Welt unvergessliche Korallen- und Haitauchgänge mit bis zu acht verschiedenen Arten an, während Wissenschaftler die Chance erhalten, den Haien so nah wie sonst kaum zu kommen und diese zu studieren. Tom Vierus hat für DIVEMASTER dieses Projekt analysiert, das sich auch mit den umstrittenen Haifütterungen beschäftigt.

Wie alles begann
Seit dem das Tauchzentrum die kommerziellen Tauchgänge vor der Süd-Küste von Fidschis Hauptinsel Viti Levu startete, wurden so bereits mehr als ein Dutzend wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Das Projekt ist ein Paradebeispiel des Ökotourismus: 2003 wurde mit lokalen Fischergemeinden, denen auf Fidschi traditionell die Meeresgebiete gehören, ein Deal geschlossen: damit die Zukunft der Haie in dem befischten Gebiet sichergestellt wird, bot der Inhaber den Gemeinden eine Tauchergebühr an, die zu 100 % den Dörfern zu Gute kommt. Dafür verpflichteten sich diese das Fischen in dem Schutzgebiet zu unterlassen und erklärten sich gleichzeitig bereit, als sogenannte fish wardens, das Gebiet zu patrouillieren und potentielle illegale Fischereiaktivitäten zu unterbinden. Das Shark Reef Marine Reserve wurde geboren. Zehn Jahre später wurde genau dieses als erster Nationalpark Fidschis erklärt und im Jahr 2017 wurde das Gebiet um den sogenannten Shark Corridor erweitert, der sich mittlerweile über fast 30 Meilen entlang der Südküste erstreckt und in dem nicht nur die Haie, sondern auch alle anderen Meeresbewohner Platz und Zeit bekommen zu wachsen und zu reproduzieren. Auch die anfangs skeptischen Fischer der Dörfer sind mittlerweile große Anhänger des Shark Corridior‘s, denn die ständig steigende Biomasse innerhalb der geschützten Areale sucht ihre Wege hinaus aus der Schutzzone und sorgt für dickere Fänge in den Netzen.

DIVEMASTER Nr. 100

 

 

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